Helmut Spudich verbrachte dreieinhalb Monate mit dem "magischen Gerät" - ein Testbericht über seine Erfahrungen mit dem iPad
Das iPad wächst einem zu
Das iPad wächst einem zu, diese Erfahrung beschreibt wohl am besten den Real-Life-Test der vergangenen zwei Monate. Für den persönlichen Gebrauch ist es das bevorzugte Instrument geworden, zum Netzlesen beim Frühstück, bei Kaffeepausen oder auch beim Fernsehen am Abend (ja, Männer können multitasken, zumindest in begrenztem Ausmaß). Um den Fluss von Mails, Tweets und Facebook untertags zu verfolgen dient es, und interessante Erfahrung: als zusätzlicher Bildschirm, als persönlicher digitaler Raum, auch wenn man am Schreibtisch am Notebook sitzt und seine Arbeit erledigt. Es erinnert mich dabei an die Zeit als ein Filofax der intimste Begleiter des tätigen Menschen war, und einige Apps wie der Kalender, das Adressbuch oder eine von mir verwendete To-Do-Liste lehnen sich in ihren Designs auch an diese vergangene Zeit analoger Organizer an (wobei dies eine ebenso fragwürdige ästhetische Entscheidung ist wie der Ikea-Look des iBook-Stores).
Aber all das reduziert das iPad zum Arbeitsgerät und greift zu kurz. Vor einigen Tagen wandelte es sich in ein Fotoalbum, um auf der Couch zu zweit Bilder vom einem langen Wochenende in Kopenhagen anzuschauen, und dann noch gleich von der Reise davor und vom Geburtstagsfest. Wenn dieser Bericht beendet ist wird es zum Videoplayer mutieren für ein paar TV-Serienteile, die bei iTunes gekauft wurden. In all diesen Fällen brilliert er mit seinem exzellenten Display. Für Film und Video ist es ein natürliches Medium, und es wundert darum auch nicht, dass Reuters, der Guardian und andere Apps mit fantastischem Fotojournalismus anbieten.
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